Das Grundmann-Quartett

Mit seinen originalen Oboen und seiner Begeisterung für deren Klang gab Eduard Wesly 2010 den Impuls für die Gründung des Grundmann-Quartetts (für das Musizieren klassischer Kammermusik). Eines seiner Instrumente stammte aus der Werkstatt des Dresdner Instrumentenbaumeisters Jakob Friedrich Grundmann und wurde im Jahre 1780 gebaut. Da sich das Quartett in Dresden gründete, wurde dieser Meister zum Namensgeber für das Ensemble. Leider ist diese Oboe kurz nach der Gründung des Ensembles gestohlen worden. Heute spielt Eduard Wesly Musik der klassischen Periode auf einer Oboe des Nürnberger Meisters Johannes Löhner aus dem Jahre 1795. Ebenso sind die Streichinstrumente und deren Bögen Originalinstrumente des 18. Jahrhunderts beziehungsweise deren Kopien.

Neben bekannter und neu zu entdeckender Originalmusik für Oboenquartett erschließt sich das Ensemble Werke für Streichquartett in Bearbeitung für Oboenquartett. Für Arrangements dieser Art, ein legitimes Mittel vergangener Musikepochen, gilt Eduard Wesly auch andernorts als geschätzter Meister.

Nicht nur um Programme abwechslungsreicher gestalten zu können, sondern auch um weitere musikalische Schätze zu entdecken, widmen sich die drei Musikerinnen des Quartetts mit Hingabe den viel zu selten zu hörenden Kompositionen für Streichtrio.

Eduard Wesly, geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Amsterdam, ist von einigen Mitgliedern des Concertgebouw Orchesters in der Kunst des Oboenspiels unterwiesen worden. Danach spielte er elf Jahre lang im Rohrblattensemble Calefax. Seit einigen Jahren konzentriert er sich auf die Musik und die Oboen des achtzehnten Jahrhunderts. Er sammelte wertvolle Erfahrungen bei den English Baroque Soloists mit John Eliot Gardiner und bei Musica Antiqua Köln mit Reinhard Goebel. Heutzutage ist er Mitglied des Orchestra Libera Classica in Tokyo und von Al Ayre Español in Zaragoza.

Ulrike Titze studierte in Dresden Violine und war anschließend Mitglied der Staatskapelle Weimar. Seit 1986 widmet sie sich ausschließlich dem Musizieren auf der Barockvioline. Sie ist Mitbegründerin und Konzertmeisterin des Dresdner Barockorchesters. An der Dresdner Hochschule unterrichtete sie im Fach Barockvioline. Im Rahmen Internationaler Bachakademien und als gastierende Konzertmeisterin ist sie regelmäßig von Musikhochschulen, Orchestern und Festivals innerhalb Deutschlands, nach Rumänien, in die Ukraine und Türkei eingeladen. Sie ist u.a. Mitglied des Ensembles Bell'Arte Salzburg. Ulrike Titze spielt auf einer Violine von Sebastian Rauch III (Leitmeritz, 2. Hälfte 18. Jahrhundert) und mit einem Bogen von Pieter Affourtit (Hoorn 2013, Modell nach Dodd 1770).

Bettina Ihrig studierte Viola in Hannover (bei Heinz-Otto Graf und Jacob Zeijl) und Salzburg (bei Thomas Riebl) und sammelte Orchestererfahrung in der Jungen Deutschen Philharmonie und im Bielefelder Philharmonischen Orchester. Heute ist sie freischaffend tätig und widmet sich intensiv der historischen Aufführungspraxis. Sie ist Mitglied der Hannoverschen Hofkapelle, der Neuen Düsseldorfer Hofmusik und des Ensembles La Ricordanza und spielt als Gast u.a. im Barockorchester L’Arco, im Ensemble Schirocco und im Dresdner Barockorchester.

Bettina Ihrig spielt auf einer Kopie nach Stradivari, 1991 gebaut von Ute Wegerhoff in Frankfurt/M. mit einem Bogen nach klassischem Vorbild, 1993 gebaut von L.E.Rodriguez (Den Haag).

Ulrike Becker studierte in Weimar und Berlin Violoncello und schloss ein Konzertstudium für Viola da gamba an. Sie ist Mitglied der Lautten Compagney Berlin. Mit solistischen Aufgaben wurde sie beim Händelfestspielorchester Halle unter Howard Arman und bei der Akademie für Alte Musik Berlin unter Philippe Herreweghe betraut. Sie ist Mitbegründer des Trio L`Arabesque, mit welchem sie beim Wettbewerb des Deutschen Musikrates in Bonn ein Stipendium errang. 1997 erhielt sier beim internationalen Bach-Abel Wettbewerb für Viola da gamba den Sonderpreis für die beste Interpretation der Solowerke Karl Friedrich Abels und im Jahr 2000 daselbst den zweiten Platz. Ulrike Becker spielt auf einem Violoncello von Testore aus dem Jahre 1769 und mit einem Bogen von Basil de Visser aus dem Jahre 2012.